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Vereinsgeschichte

Obwohl der zweite Weltkrieg erst ein Jahr zu Ende war, fanden sich schon im Sommer 1946 die ersten Menschen wieder zusammen, um ihren geliebten Tennissport zu betreiben. Dazu gehörte auch unser jahrzehntelanges Mitglied Heiner Moebis. Es wurde auf der Anlage der heutigen "Treptower Teufel" in der Köpenicker Landstraße gespielt. Das Gelände der gesamten Sportplätze gehörte der BEWAG.

1948 entstanden dann die Sportvereine der BEWAG und die SG Grün-Weiss Baumschulenweg Sektion Tennis. Weitere Sektionen von Grün-Weiss waren: Fußball, Handball, Schach, Kegeln und Segeln (in Karolinenhof).

Da das Gelände der BEWAG gehörte, mußten sich die Grün-Weissen eine neue Anlage suchen und bauen. Das geschah in den Jahren 1949/50 in der Straße am Treptower Park 40-42. Auf diesem Grundstück hatte schon vor dem Krieg die "AGFA" ihre Tennisplätze, die nach dem Krieg in Gemüsebeete umgewandelt worden waren. Einen großen Verdienst beim Bau der Anlage hatte der damalige Sportwart Ernst Ullrich.

Der erste Sektionsleiter hieß Fredy Giwan, Stellvertreter war Gerhard Schneider (später jahrelanger Sektionsleiter der SG Friedrichshagen). Die Sportwarte waren Martin Kresse und Ernst Ullrich. Die Finanzen verwaltete Martha Schmidt.

Seit dem Umzug nach Treptow gehören auch Marcel Mohr, Gerti Nitzsche, Peter Schreiber und Lothar Bloy dazu (die beiden Letztgenannten erst als Balljungen und fleißige Helfer beim Bau der Anlage).

1954 wurde am Himmelfahrtstag unser kleines Clubhäuschen zum zweiten mal eingeweiht, da es zu diesem Zeitpunkt winterfest gemacht wurde (Verglasung der Veranda und Einbau der Heizung sowie der Duschen mit Warmwasser). Die finanzielle Belastung hatte unser Mitglied Rudi Külbs übernommen.

In diesem Jahr wurde auch das Seniorenturnier ins Leben gerufen. Hauptinitiator war wieder einmal Heiner Moebis. Schon 1954 waren Wolfgang Barts und Lothar Bloy dabei, die bis zum letzten Tag (1990) diesem Turnier die Treue gehalten haben.

Die Geschichte des Tennisclubs wurde von einigen Sektionsleitern geschrieben – Fredi Giwan, Gerhard Schneider, Heiner Moebis Herbert Staberow, Georg Linsenbarth, Wolfgang Barts, Rudi Holländer und Günter Lütke. Am längsten gehörte Wolfgang Barts dem Vorstand an – von 1954 bis 1994 – in den Funktionen Sektionsleiter, Sportwart und Finanzen. Die Finanzen verwalteten Martha Schmidt, Wolfgang Barts, Bernhardt Klaus, Marcel Mohr und Anneliese Herold. Vorstandsmitglieder über 20 Jahre und mehr waren Heiner Moebis, Wolfgang Barts, Marcel Mohr, Gerti Nitzsche, Lothar Bloy und Anneliese Herold.

Zum 20-jährigen Bestehen des Vereins beschloß die Mitgliederversammlung 1968 die Ehrenmitgliedschaft und die goldene Ehrennadel zu verleihen. Voraussetzung war eine 20-jährige Mitgliedschaft und mindestens 10 Jahre ehrenamtliche Arbeit für den Club. Zur Ehrenmitgliedschaft gehörte auch die Beitragsfreiheit, die dann 1980 von Rudi Holländer im Alleingang abgeschafft wurde. Die Ehrenmitgliedschaft und die goldene Ehrennadel wurden im Laufe der Jahre verliehen an:

Heiner Moebis (verstorben),
Herbert Staberow (verstorben),
Wolfgang Barts (verstorben),
Marcel Mohr (verstorben),
Lothar Bloy,
Gerti Nitzsche (verstorben)

Zu den sportlichen Erfolgen habe ich bereits an anderer Stelle etwas geschrieben.

Einen sportlichen Rückschlag gab es am 13. August 1961 mit dem Mauerbau. Grün-Weiss hatte 35 Mitglieder, die zu diesem Zeitpunkt in Westberlin wohnten. Grün-Weiss hatte damals zwei Mannschaften, die in der DDR-Liga spielten. Eine Mannschaft zerfiel durch den Mauerbau völlig. Spieler wie Klaus Feierabend, Gerhard Schülke, Günter Schmidt, Martin Kresse und Rolf Millert wohnten in Westberlin.

Der größte Überlebenskampf fand dann 1973 statt. Der Rat des Stadtbezirks Treptow hatte beschlossen, auf unserem Grundstück eine Kaufhalle zu bauen. Der Verein sollte sich ersatzlos auflösen und die Mitglieder sich auf andere Vereine verteilen. Daß wir weiter existierten, ist das große Verdienst von Rudi Holländer.

Mit Eingaben erreichten wir einen Termin beim Magistrat von Berlin (Rotes Rathaus). Verantwortlich war die stellvertretende Bürgermeisterin Hannelore Mensch. Zu diesem Termin im Roten Rathaus wurde Rudi Holländer von Klaus Riebe und Lothar Bloy begleitet. Im Ergebnis erreichten wir, daß uns das Gelände in Baumschulenweg zugesprochen wurde und der Rat des Stadtbezirks – neben vielen Eigenleistungen der Mitglieder – auch die Kosten für die Umverlagerung tragen mußte.

So weihten wir 1977 unsere neue Anlage ein. In den zwei Jahren ohne eigene Anlage gewährte uns Turbine Bewag das Gastrecht zum Training und alle Punktspiele wurden als Auswärtsspiele ausgetragen.

Lothar Bloy

Nach der Wende

Mit dem Fall der Mauer erschlossen sich unserem Verein neue Möglichkeiten. An der ehemaligen Grenze gelegen, meldeten sich nun neue Mitglieder "aus dem Westen" an, insbesondere aus Neukölln und Kreuzberg.

Aber nicht nur das! Wir hatten nun Zugang zur Sportförderung des Berliner Senats. Unter dem Vorsitz von Günter Lütke wurden Sportfördermittel beantragt und damit die Tennisanlage zukunftstauglich gemacht. Mit Unterstützung der Senatssportverwaltung wurden zwei neue Hallenplätze mit Sozialtrakt und Gastronomie gebaut. Die Freiplatzanlage wurde saniert und es kam ein zusätzlicher 6. Platz hinzu. Unser Verein wurde dabei als einer der letzten Sportvereine aus dem Vereinsbauprogramm des Senats gefördert. Wir erhielten 20% Zuschuss, 60% zinsloses Darlehen und mussten 20% der Baukosten aus Eigenmittel erwirtschaften. Die Baumaßnahme kostete ca. 2 Mio. DM. Die Erbringung der 400.000 DM Eigenmittel bedeutet ein Kraftakt für unseren Verein. Unter großem Engagement von Vereinsmitgliedern wurden bauliche Maßnahmen, vor allem der Abriss der alten Gebäude und die Neubauvorbereitung in Eigenleistung erbracht. Spenden wurden eingeworben. Unter vielen Mühen wurden die Eigenmittel auf diese Weise beschafft. Dafür gilt der Dank besonders dem Vorstand und der Bauleitung. Es soll hier nicht verschwiegen werden, dass es auch große Vorbehalte im Verein gegen den Bau gab. Viele Mitglieder hatten Ängste, die mit Argumenten begründet wurden, wie "nicht zu schaffen" oder "Schulden, die dann von den Mitgliedern zu übernehmen wären" u. ä.  bestimmten die Diskussion im Verein und in den Mitgliederversammlungen. Letztendlich setze sich die Mehrheit der positiv und optimistisch denkenden Mitglieder durch.

Zum Glück! Die notwendige Bürgschaft für das Darlehen i. H. von 1,2 Mio. DM wurden dann doch von allen Vereinsmitgliedern übernommen. Im Jahr 2014 wurde die letzte Rate des Darlehns überwiesen! Damit ist der Verein schuldenfrei. Das Bezirksamt Treptow stellte unserem Verein im Zuge der Baumaßnahme zusätzliches Gelände einer ehemaligen Kita im hinteren Teil der Anlage zur Verfügung. Damit hatten wir die Möglichkeit einen sechsten Tennisplatz zu bauen. Die Baracke auf dem Gelände konnte während der Bauzeit als Vereinsheim genutzt werden. Anschließend überließ der Verein eine Teil dieses Geländes und die Baracke dem Kick-Projekt der Sportjugend Berlin bzw. dem VSJ. Es wurde ein Pachtvertrag abgeschlossen. Damit wurde eine gute Zusammenarbeit zwischen unserem Verein und dem Kick-Projekt begründet und viele Jugendsportprojekte seitdem gemeinsam durchgeführt.